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Mashboxx von Bertelsmann 'autorisiert'
Das Grokster-Urteil erzeugt nicht nur Verlierer: Die Tauschbörse Mashboxx gibt bekannt, von Sony BMG zum Handel mit Musikstücken autorisiert worden zu sein.
Die Bekanntgabe, nun der erste von einem "major Label" autorisierte P2P-Händler zu sein, folgte nach Angaben der Washington Post schon am Dienstag, kurz nach Mitternacht. Wenige Stunden zuvor hatte der Supreme Court entschieden, dass die Betreiber der Tauschbörsen Grokster und Morpheus nicht generell von einer Mitschuld am illegalen Tausch befreit werden können (vgl.: "Vollständige Niederlage für Grokster und StreamCast").
Allerdings war diese schnelle Entwicklung absehbar (vgl.: "Warten auf den Supreme Court..."). Sowohl die seit Monaten angekündigte Tauschbörse Mashboxx als auch der Datenbank-Betreiber Snocap haben absehbar auf ein derart vernichtendes Urteil für die P2P-Szene gewartet. Denn so wie Grokster und Morpheus die ehemaligen Napster-Anwender "aufgefangen" haben, als diese Ur-Tauschbörse den Geist aufgeben musste, so werden Mashboxx und Snocap nun den Datentausch unter Grokster und Co. legalisieren. Eine andere Möglichkeit wird den Tauschbörsen kaum bleiben, wenn sie verhindern wollen, wegen der Unterstützung des illegalen Tauschs Rechenschaft gezogen zu werden.
Dabei trägt die ganze Entwicklung die Züge eines Déja vue. Mashboxx-CEO Wayne Rosso war früher Chef bei Grokster. Und Snocap-Chef Shawn Fanning hat einst die Tauschbörse Napster gegründet und damit seinen heutigen (potentiellen) Auftraggebern aus der Musikindustrie ein gewaltiges Ei ins Nest gelegt.
Doch andererseits darf diese persönliche Kontinuität auch nicht zu sehr verwundern. Rosso und Fanning kennen sowohl die Tauschbörsen-Szene als auch die Welt der Rechteinhaber und können auf gleicher Augenhöhe mit den Vertretern beider Seiten verhandeln. Wahrscheinlich sind sich beide Welten ohnehin ähnlicher, als man glaubt.